Psychische Gesundheit im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)

Psychische Gesundheit im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM)

Gesundheit ist die entscheidende Grundlage für Schaffenskraft und Schaffensfreude. Damit Arbeit nicht krank macht, gibt es eine Fülle von gesetzlichen Vorschriften zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung, die unter dem Überbegriff „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ (BGM) zusammengefasst werden. Ziel sind Erhalt und Förderung der psychischen Gesundheit und der Beschäftigungsfähigkeit.

Idee ist eine strategische und nachhaltige Gesundheitsprävention, die gesunde Mitarbeiter in einer gesunderhaltenden Arbeitsumgebung ermöglicht. Eine wirkungsvolle Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen durch die wichtigsten Handlungsträger eines Unternehmens ist eine wertvolle Investition in Richtung wichtigstes Kapital: zufriedene und gesunde Mitarbeiter. Zahlreiche Erhebungen zeigen, dass diese Investition sich dauerhaft lohnt, mit einem Return on Investment von 1:5 – Krankentage sinken erkennbar, Fluktuation verringert sich, Effizient und Betriebsklima steigen spürbar.

Die WHO definiert Gesundheit als „ein Zustand des vollständigen, körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen“.

Da Arbeit und Arbeitsumgebung wesentliche Faktoren sind, die den Gesundheitszustand beeinflussen, gibt es zahlreiche gesetzliche Vorschriften zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung, die im Rahmen eines nachhaltig wirksamen und umfassenden betrieblichen Gesundheitsmanagements umgesetzt werden. Hierdurch werden dauerhaft und langfristig betriebliche Rahmenbedingungen, Strukturen und Abläufe entwickelt, die eine gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation ermöglichen.

Diese gesetzlichen Vorschriften sind zwingend und deren Einhaltung wird durch die zuständigen Berufsgenossenschaften verstärkt überprüft.

Neben klassischem Arbeitsschutz, Unfallverhütung und Arbeitssicherheit sowie arbeitsmedizinischer Gesundheitsvorsorge spielt die psychische Gesundheit eine sehr wichtige Rolle; durch Seminare zur Gesundheitsförderung, durch gute Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung sowie kompetente Führungskräfte. Investitionen in die geistige Gesundheit von Mitarbeitern lohnen sich, da über der Hälfte aller Krankschreibungen psychosomatische Ursachen zugrunde liegen und die meisten Kündigungen auf Arbeitnehmerseite aufgrund von mangelnder Zufriedenheit erfolgen. Diese Zahlen, die Unternehmen jährlich Millionen kosten, können deutlich reduziert werden, durch ein umfassendes System präventiver Maßnahmen.

Im Arbeitsschutz unterscheidet man dreierlei Präventionsstufen, in denen jeweils ganz verschiedene gezielte Maßnahmen erforderlich sind. Als Primärprävention steht laut Arbeitsschutzgesetz die Vermeidung von Gefahren, durch umfassende Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation. Zuerst wird hierbei am System angesetzt (Verhältnisprävention), und erst danach beim Mitarbeiter (Verhaltensprävention). Zum Einstieg der Implementierung wirksamer Maßnahmen steht eine umfassende sowie partizipatorische Gefährdungsanalyse und –beurteilung. Unter Einbezug der zentralen Handlungsträger (Betriebsart, Fachkraft für Arbeitssicherheit, Personalreferent etc.) sowie sämtlicher Mitarbeiter wird die konkrete Arbeitssituation analysiert. Daraufhin werden Strukturen aufgebaut, die die gesundheitliche Gestaltung von Arbeit, Organisation und Verhalten am Arbeitsplatz zum Ziel hat.

Als Supervisorin und Coach begleite ich fachkundig die komplette Durchführung der Gefährdungsbeurteilung, von der ersten Informationsveranstaltung für alle Beteiligte, über die Moderation der Workshops, über die Ergebnisrunden mit allen zentralen Handlungsträgern über die Evaluationsworkshops zur Wirksamkeitskontrolle.  Ziele können organisatorische Veränderungen, Umverteilung der Arbeit, Konfliktmanagement, Personalentwicklung, Fort- und Weiterbildung, Coaching von Führungskräften, Supervision von Teams sein.

Als Sekundärprävention wird die Früherkennung arbeitsbezogener Erkrankungen bezeichnet.

Arbeitsbedingungen, Arbeitssituation, aber auch Tätigkeit und soziale Beziehungen sind die vier wesentlichen Faktoren, die entscheidenden Einfluss auf arbeitsbedingte Erkrankungen haben. Durch intensive und langfristige Beratung der Mitarbeiter und Führungskräfte können Gefahren für Gesundheitsbelastungen frühzeitig erkannt und nachhaltig durch direkt angesetzte Veränderungen bei Personalführung, Unternehmenskultur und Personalentwicklung entgegengesteuert werden. Wichtigster Erfolgsfaktor ist der Einbezug der Mitarbeiter als Experten für ihre Arbeitssituation. Durch eigenständige Reflexion der Arbeit und Zusammenarbeit mithilfe eines Supervisors und Coach können durch Mitarbeiter und Führungskräfte eigene Wege gefunden werden, die Arbeitssituation zu verbessern und somit die psychische Belastung zu verringern.

Ich führe Fall-Supervision, Team-Supervision, Team Building Workshops, Teamleiter-Trainings, Führungskräfte Coaching sowie im Konfliktfall Mediationen durch.

Tertiärprävention bedeutet die Begleitung von Betrieblichen Wiedereingliederungsmaßnahmen (BEM). Aufgabe der BEM ist die Gesunderhaltung des zurückkehrenden Arbeitnehmers sowie Prävention von Verschlimmerung der Gesundheit durch gute Wiedereingliederung nach langer Krankheit. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen dies durch begleitendes Coaching für den zurückkehrenden Arbeitnehmer.

Ich führe dieses Coaching mit dem genesenen Arbeitnehmer durch, außerdem biete ich Team- und Fallsupervision für die Betriebsratsmitglieder an, die auf Arbeitgeberseite BEM durchführen.